Fakultät für Kulturwissenschaften
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Vorderasiatische Archäologie

Aktuelle Projekte

Abgeschlossene Projekte


Fara Regional Survey, Irak (seit 2016)

In den ersten beiden Kampagnen wurde ausschließlich Fara, das antike Šuruppak, gesurveyed. Es war zuvor von der Deutschen Orient-Gesellschaft 1902-03, von der University of Pennsylvania 1931 und von H. Martin 1973 untersucht worden, aber jeweils nur partiell. Ein Ziel war die Dokumentation der massiven Zerstörungen durch Raubgrabungen, ein weiteres war das Verständnis der Struktur einer Stadt des frühen 3. Jahrtausends. Die zuvor nie untersuchte Unterstadt ließ spezialisierte industrielle Zonen erkennen. In der dritten Kampagne führten Prof. J. Faßbinder und sein Team eine geophysikalische Prospektion sehr erfolgreich durch. Das Projekt hat zum Ziel, die gesamte Region zwischen Fara und Ishan al-Bahriat, dem antiken Isin, zu surveyen.

Ausgrabungen in Ur, Irak (seit 2017)

  • Projektleitung: Prof. Dr. Adelheid Otto
  • Kooperationspartner: Stony Brook University, New York, USA; dem Department für Geo- und Umweltwissenschaften der LMU (Magnetometer-Prospektion); dem Institut für Biologie/Anthropologie der LMU; dem Institut für Assyriologie der LMU
  • Fördergeber: Gerda Henkel Stiftung
  • Informationen auf der Webseite des Instituts für Vorderasiatische Archäologie

Im März und April 2017 nahm ein Team der LMU unter Leitung von A. Otto an den Ausgrabungen von Prof. E. Stone (Stony Brook University, NY) in Ur (Iraq) teil. In dieser ersten Kampagne wurde der Südhügel der Ruinenstätte mithilfe einer geophysikalischen Surveys teilweise untersucht. Ferner wurde eine Grabungsstelle nahe dem Stadtrand angelegt, wo ein Isin-Larsa-zeitliches Haus partiell ausgegraben wurde. Sein Material kann dank zahlreicher Tontafeln und Siegelabrollungen präzise innerhalb des 19. Jhs. datiert werden.

HIGEOMES und TEXTELSEM – Historische Geographie Nordmesopotamiens im 2. Jahrtausend v. Chr. (2011-2018)

Das Ziel des Projektes ist die Modellierung der historischen Geographie des nordmesopotamischen Raums im 2. Jt. v. Chr. und die Schaffung einer virtuellen Forschungsumgebung auf Grundlage archäologischer, philologischer und geographischer Informationen, die mittels IT-gestützter Formen des Wissensmanagements verwaltet werden.

Im Zentrum des Projekts stehen neben der Neuaufnahme und Auswertung altorientalischer Texte und archäologischer Befunde die gemeinsame Entwicklung geeigneter Ontologien für die Beschreibung der disziplinären Datenbestände. Die gesammelten Informationen werden schließlich mittels einer Webdatenbank mit verknüpftem GIS online und in Buchform zur Verfügung gestellt.

Flucht - Migration - Interaktion. Artefaktbezogene Diversität in altorientalischen Kontexten des 2. und 3. Jahrtausends v. Chr. [mit Feldforschungen in Gird-i Shamlu, Irak] (seit 2016)

  • Projektleitung: Dr. Simone Mühl
  • Kooperationspartner: Directorate of Antiquities General Erbil, Directorate of Antiquities Sulaymaniyah, Universität Amsterdam, Universität Tokyo, Universität Frankfurt, Universität Heidelberg, Sulaimani University, UCL, IFPO Erbil sowie an der LMU: Institut für Paläoanatomie, Domestikationsforschung und Geschichte der Tiermedizin, Department für Geo- und Umweltwissenschaften, Historisches Seminar - Alte Geschichte
  • Fördergeber: Deutsche Forschungsgemeinschaft
  • Informationen auf der Webseite des Instituts für Vorderasiatische Archäologie

Das Projekt untersucht in einem multidisziplinären Forschungsverband Fragen der kulturellen Beeinflussung, des materiellen Wandels und der Diversität altorientalischer Kulturen. Der Fokus wird dabei auf Modelle von Flüchtlings- und Migrationsbewegungen gelegt, die durch einen in archäologischen Kontexten festgestellten abrupten Wandel materieller Hinterlassenschaften (u.a. anhand von Keramik) erklärt werden. An einem konkreten Beispiel, dem antiken Siedlungshügel Gird-i Shamlu in der Shahrizor-Ebene an der irakisch-iranischen Grenze in Südkurdistan, wird durch modernste archäologische Untersuchungen einer möglichen Flüchtlingsbewegung, die vor etwa 3500 Jahren in der Region stattfand, erforscht. Angegliederte Landschaftsuntersuchungen durch archäomagnetische Geländeprospektionen ermöglichen, das Phänomen im Großraum an gleichzeitigen Siedlungen zu erfassen.

Forschungen an der Fundstätte Oshakan, Armenien (Survey seit 2012, Grabungen 2013-2015)

Oshakan liegt ungefähr 20 km nordwestlich der armenischen Hauptstadt Yerevan und 8 km südlich der Stadt Ashtarak in der Provinz Aragatsotn. Auf den Hügel befindet sich eine urartäische Festung (bereits in den 1970ern ergraben) sowie eine Siedlung und eine Nekropole. Gearbeitet wurde in der Nekropole sowie einem kleinen Hügel namens Pokr Blur südlich der Festung, auf der eine turmähnliche Struktur erkannt werden konnte. Sowohl die ausgegrabenen Gräber als auch die turmartige Struktur datieren in die Frühe Eisenzeit und somit direkt vor die Eroberung der Region durch die Urartäer. Es können hier somit die politische Kontrolle der herrschenden urartäischen Dynastie nachgezeichnet werden und zum anderen direkt damit verbunden die Veränderungen in der Entwicklung lokaler Völker, wie sich die Lebensweise und das Landschaftbild vor und nach einer fremden Machtübernahme definiert.

Neue Forschungen in der Provinz Lori, Armenien (seit 2016)

Der Survey in der Provinz Lori dient als Anschluss zu den Grabungen in Oshakan, da es sich um eine Region handelt, die nicht Teil des Urartäischen Reiches gewesen ist. Es wird versucht, den regionalen Charakter der materiellen Hinterlassenschaften hervorzuheben und mit denen aus Oshakan abzugleichen. Ferner wird untersucht, ob Interaktion zwischen dem Urartäischen Reich und seinen unmittelbaren Nachbarn stattgefunden hat und wie sich dies in der lokalen Entwicklung (z. B. Keramikproduktion) niedergeschlagen hat.

Survey in der Vorstadt des Sirkeli Höyük, Türkei (seit 2016)

  • Projektleitung: Simon M. Halama, M. A.
  • Kooperationspartner: Universität Bern, Schweiz und der Firma GGH Solutions in Geoscience (geophysikalische Prospektion)
  • Fördergeber: zuletzt durch Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU, DFG-Antrag gestellt
  • Informationen auf der Webseite des Instituts für Vorderasiatische Archäologie (Homepage noch nicht aktualisiert)

Das Projekt hat zum Ziel die Erforschung eines Außenbezirks im urbanen Konglomerat der bronze- und eisenzeitlichen Siedlung am Sirkeli Höyük in Kilikien und Bestimmung seiner Funktion im Verhältnis zur Hauptsiedlung am anderen Flussufer durch Kombination von Oberflächenbegehung, geophysikalische Prospektion und Sondagen. Darüber hinaus wird die Rekonstruktion der späteren Besiedlungsgeschichte von hellenistischer bis in islamische Zeit angestrebt.

Karacamirli-Survey, Aserbaidschan (seit 2013)

Ziel ist die archäologische Untersuchung der Mikroregion südlich des Yenikend-Staudamms in Aserbaidschan.

PARADISE, Gumbati, Georgien (seit 2017)

  • Projektleitung: Dr. Kai Kaniuth
  • Kooperationspartner: Staatlichen Antikensammlung und Glyptothek und das Department für Geo- und Umweltwissenschaften (Magnetometer-Prospektion)
  • Fördergeber: DFG/ANR
  • Informationen auf der Webseite des Instituts für Vorderasiatische Archäologie (Homepage noch nicht aktualisiert)

Das Projekt untersucht die Strukturprinzipien achämenidischer Residenzen in Abhängigkeit von ihrer naturräumlichen Einbindung. Ein zentrales Element ist die großräumliche Kombination von archäologischen und geophysikalischen Oberflächenuntersuchungen.

Digitizing and Labeling Ancient Near Eastern Seals and Sealings [DigANES] (seit 2017)

Siegel und Siegelungen sind eine wesentliche ikonographische Quelle für die Kulturen des Alten Orients, die aber aufgrund ihrer großen Anzahl und der Vielzahl und Komplexität der dargestellten Motive schwer als Korpus nutzbar zu machen sind. Gemeinsam mit studentischen Hilfskräften wird an der Befüllung der selbst konzipierten SQL-Datenbank und der Ergänzung und Verlinkung der Daten mit bestehenden digitalen frei verfügbaren Datenbeständen (Georeferenzierung und Linked Open Data) sowie an der Entwicklung eines kontrollierten Vokabulars für die ikonographische Verschlagwortung in Anlehnung an Getty Art & Architecture Thesaurus gearbeitet. Einzelne Themen werden in einer seit WiSe 2017/18 stattfindenden Übung mit interessierten Studenten vertieft und diskutiert. Ziel des Projektes ist, durch Digitalisierung, konsistente Verschlagwortung und Anpassung an etablierte Linked-Open-Data Standards einen systematischeren Zugang zu altorientalischen Siegelbildern und zum Verständnis ihrer semantischen Zusammenhänge zu gewinnen.

Isin/Irak

Das Projekt beschäftigt sich mit der vollständigen Digitalisierung, Aufbereitung und Langzeitarchivierung des Ausgrabungsarchivs von Isin. Neben Planaufnahmen, einem Kleinfundregister und Feldtagebüchern enthält das Isin-Archiv ungefähr 13.000 Dias und Fotonegative, 2 km Tonfilm und knapp 2.000 Blatt mit Keramikzeichnungen und Datenformblätter.

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