Fakultät für Kulturwissenschaften
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Indologie und Tibetologie

Aktuelle Projekte:

Abgeschlossene Projekte:


Die Stupa-Anlage von Kanaganahalli: kunstwissenschaftliche und religionsgeschichtliche Auswertung der Darstellungen auf dem rituellen Umschreitungsweg

  • Projektleitung: Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann
  • Durchführung: Prof. Dr. Monika Zin und Robert Arlt
  • Fördergeber: DFG (2015-2018)

Kurzbeschreibung

Der jetzige Antrag ergänzt das erste Projekt und schließt die Untersuchung der Skulpturen aus Kanaganahalli ab. Untersucht werden die Reliefs, mit denen der untere Teil des Stupa verkleidet war und die der Besucher bei der Umwandlung des Stupa aus nächster Nähe sah. Die Bilder in diesem Bereich zeigen keine Erzählungen, sondern heilige Stätten, die mit der Buddha-Legende verbunden sind. Unter Einbeziehung von Symbolen der Buddha-Präsenz und von Figuren wie nagas und yaksas wird offenbar eine Art "heiliger Geographie" visualisiert, die im Rahmen des Projekts erforscht werden soll. An den vier vorspringenden Plattformen, die um ca. 120 AD am Stupa ergänzt wurden, finden sich Friese mit Szenen aus der Buddha-Legende. Diese insgesamt 32 Szenen sind wichtige Indikatoren für die wechselseitige Beeinflussung zwischen Kanaganahalli und anderen Kunstzentren in Andhra Pradesh. Das Projekt umfasst schließlich die vollplastischen Skulpturen im Bereich des rituellen Umgangs, darunter die Darstellungen der acht zeitlich aufeinanderfolgenden Buddhas unter Einschluss von Maitreya, sowie die ornamentalen Objekte, an denen sich der intensive Austausch mit außerindischen Regionen, vor allem mit Rom, nachweisen lässt. Markantestes Beispiel für diesen im Zuge des Handels zwischen dem Satavahanareich und dem Mittelmeerraum blühenden Austausch ist die Darstellung des buddhistischen Rads der Lehre mit einer Löwenkopf-Nabe, wie sie von den römischen Wagenrädern bekannt ist

bKa’ brgyud History and Xylography in South-Western Tibet.
The Legacy of Yang dgon pa rGyal mtshan dpal bzang po (1213-1258)

  • Projektleitung: Prof. Dr. Franz-Karl Ehrhard
  • Fördergeber: DFG (2013-2015)
  • Durchführung: Dr. Marta Sernesi

Kurzbeschreibung

The present project is devoted to local religious history in South-Western Tibet from the 13th to 16th cent. This case study will focus on the neglected figure of Yang dgon pa rgyal mtshan dpal bzang po (1213-58), an influential master of the so-called Stod 'Brug pa bKa' brgyud pa school. The main sources of inquiry are histories, life stories, collected songs, sayings and teachings of the master, compiled by later holders of the lineage in the regions of La stod lHo and Mang yul Gung thang. These previously unstudied or little-known sources were for the most part printed in the 16th cent. in these Western Tibetan regions, employing the newly introduced technology of xylography.

This study will address topics which are at the core of contemporary Tibetological research on the bKa' brgyud school: the history of local lineages, the uncovering of life-stories and specific instructions of early masters, the study of early formulations of key-teachings such as the Great Seal, and the role of scriptural legacy, and of biographical and historical writing, in the construction of lineage self-representation. Moreover, the appraisal of an early printed compendium of Yang dgon pa's teachings, and other 16th cent. xylographs of his life and writings, allow to investigate the role of printing in the intellectual life of Western Tibet at the time, illuminating aspects of the the production and circulation of texts, the interactions among religious schools, and the compilation and codification process of a master's Collected Works.

Die frühbuddhistischen Handschriften aus Gandhāra: religiöse Literatur an der Schnittstelle von Indien, Zentralasien und China
(Langzeitprojekt der Bayerischen Akademie der Wissenschaften)

  • Projektleitung: Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann, Prof. Dr. Harry Falk (Berlin)
  • Mitarbeiter: Dr. Stefan Baums, Dr. Gudrun Melzer, Dr. Henriette Roued-Cunliffe, Andrea Schlosser, M.A.
  • Fördergeber: Akademienprogramm (ab 2012)
  • Weitere Informationen auf der Website des Projekts.

Kurzbeschreibung

In den letzten fünfzehn Jahren sind aus dem Nordwesten Pakistans und den benachbarten Regionen Afghanistans immer wieder Funde buddhistischer Handschriften bekannt geworden. Gandhara ist der alte Name für dieses Gebiet, das seinen damaligen Reichtum dem Fernhandel auf der Seidenstraße verdankt und bei der Verbreitung des indischen Buddhismus nach Zentral- und Ostasien eine Schlüsselrolle gespielt hat. Alter und Inhalt der Handschriften haben die Fachleute überwältigt; in zwei Fällen weisen 14C-Datierungen sogar auf das 1. Jh. v. Chr., und damit liegen hier die bei weitem ältesten Quellen des indischen Buddhismus vor.

Erhaltungszustand, Sprache und Schrift der Manuskripte stellen eine große Herausforderung für jeden Bearbeiter dar. Schon jetzt ist aber deutlich, dass die Erschließung zu einem völlig neuen Verständnis der Frühphase des indischen Buddhismus führt. In dem heute bewilligten Projekt sollen die einzelnen Handschriften sukzessive ediert werden, wobei internationale Experten ebenso wie der wissenschaftliche Nachwuchs in die Bearbeitung eingebunden sind. Die sprachlichen, geschichtlichen und dogmatischen Erkenntnisse werden in eine Literatur- und Religionsgeschichte Gandharas, in eine Grammatik der Sprache und in ein Wörterbuch eingehen. Kernstück des Projektes bildet eine Datenbank, in der alle Informationen gesammelt und verknüpft werden. Sie wird die Grundlage für digitale und gedruckte Publikationen bilden und der internationalen Fachwelt den Zugriff auf die laufend erarbeiteten Daten ermöglichen.

Buddhist Manuscripts of the Schøyen Collection

Kurzbeschreibung

In den letzten Jahren sind mehrere tausend Fragmente indisch-buddhistischer Handschriften aus Afghanistan auf den europäischen Kunstmarkt gelangt. Sie stammen alle aus dem 2. bis 8. Jh. n. Chr. und enthalten überwiegend Werke, deren indisches Original bisher als verloren gegolten hatte. Ein großer Teil der Fragmente hat inzwischen Eingang in eine norwegische Privatsammlung gefunden. Ziel des Projektes ist es, diese Handschriften für die Buddhismusforschung zu erschließen.

Das Ratnameghasūtra, eine Lehrrede des Mahāyāna-Buddhismus: Die Wiedergewinnung der verloren geglaubten Sanskrit-Fassung

Projektleitung: Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann
Durchführung: Dr. H. Vinita Tseng
Fördergeber: DFG (Mai 2016 bis April 2019)
Informationen auf der Webseite der Indologie / Tibetologie

Kurzbeschreibung

Das Ratnameghasūtra, „die Lehrrede (mit dem Titel) Juwelenwolke“, gehört nicht zu den erzählenden Sūtras des Großen Fahrzeugs. Vielmehr bietet es eine umfassende Darstellung der Vorstellungen und Handlungsweisen des Bodhisattva, die in Gestalt von 101 Fragen des Bodhisattva Sarvanīvaraṇaviṣkambhī und den entsprechenden Antworten des Buddha systematisch abgehandelt werden. Daher ist es in der Kommentarliteratur des Mahayana bemerkenswert häufig als kanonische Referenz herangezogen worden. Es ist viermal ins Chinesische und sehr früh auch schon ins Tibetische übersetzt worden, und in beiden Kulturen hat es eine zusätzliche Wirkungsgeschichte entfaltet. Unter den in Tibet bewahrten Sanskrit-Manuskripten ist auch eine Handschrift des Ratnameghasūtra bewahrt. Eine Kopie davon befindet sich im China Tibetology Research Centre in Beijing. Völlig überraschend ist diese Kopie Frau Dr. Tseng im Jahr 2014 zur Verfügung gestellt worden, verbunden mit der Genehmigung, den Text zu publizieren. Ziel des Projektes ist es, auf der Grundlage der (leider unvollständigen) Handschrift und im Vergleich mit den Übersetzungen ins Chinesische und Tibetische eine kritische Edition des Sanskrit-Textes anzufertigen.

A Contribution to Buddhist Philosophy: New Sanskrit Fragments of the Yogācārabhūmi (ab 2017, Hartmann)

Projektleitung: Prof. Dr. Jens-Uwe Hartmann
Durchführung: Dr. des. Jinkyoung Choi
Fördergeber: DFG (2017-2019)
Informationen auf der Webseite der Indologie / Tibetologie

Kurzbeschreibung

Die Yogācārabhūmi ist das Hauptwerk einer der beiden großen Schulen des indischen Mahāyāna-Buddhismus. Sie präsentiert die philosophischen Grundlagen dieser Schule und stellt gleichzeitig den längsten indischen Text zur buddhistischen Versenkungspraxis dar. Traditionell ist sie einem einzigen Verfasser zugeschrieben, aber man geht davon aus, dass es sich um eine Kompilation handelt, die dogmatische Entwicklungen aus unterschiedlichen Zeiten zusammenführt. Eine präzise Datierung ist daher schwierig; das Werk dürfte um die Mitte des ersten nachchristlichen Jahrtausends entstanden sein. Nur etwa die Hälfte ist im indischen Original erhalten, und für Untersuchungen von Dogmatik und Praxis des Yogācāra war man auf die Übersetzungen ins Chinesische und Tibetische angewiesen. In den letzten Jahren sind jedoch etliche Blätter aus Sanskrit-Handschriften bekannt geworden, die verloren geglaubten Abschnitten des Werkes angehören. Besonders überraschend ist dabei ein einzelnes Blatt aus einem unbekannten Kommentar zur Viniścayasaṃgrahaṇī. Die Originale befinden sich in Kathmandu, Lhasa und St. Petersburg. Ziel des Projektes ist die Edition und Übersetzung der neuen Blätter, denn der Sanskrit-Wortlaut ist gerade bei einem extrem terminologisch geprägten Werk wie der Yogācārabhūmi unabdingbar für ein Verständnis des Inhalts und der zugrundeliegenden geistesgeschichtlichen Entwicklungen.

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