Fakultät für Kulturwissenschaften
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Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie

Aktuelle Projekte:

Abgeschlossene Projekte:


Ethnografien erinnerungskultureller Inszenierungspraktiken in Tschechien. Eine praxeologische Forschung zu kollektiven Gedächtnissen und kultureller Nationsbildung im postsozialistischen Europa

  • Projektleitung: Prof. Dr. Irene Götz und Dr. Marketa Spiritova, Elitestudiengang Osteuropa (LMU)
  • Fördergeber: Anschubfinanzierung aus LMUexcellent Bonusmitteln; Habilitationsstipendium der Bayerischen
    Gleichstellungsförderung (BGF) für Marketa Spiritova (10/2013 bis 03/2014)
  • Informationen auf der Website des Instituts für Volkskunde

Kurzbeschreibung

Das mit verschiedenen Institutionen im östlichen Europa kooperierende Projekt untersucht gegenwärtige Prozesse der Konstruktion und Vermittlung erinnerungskultureller Botschaften und Semantiken im postsozialistischen Tschechien. Beispielsweise sind Jubiläumsfeiern, hier des Jahres 2008 („1918“, „1938“, „1948“, „1968“, „1988/89“), die einerseits offiziös im Kontext von Staat und Politik und andererseits als Medienevents im Kontext von Kunst, Lifestyle, Sport und Pop inszeniert werden, zentrale Schnittstellen, an denen sich individuelle Erfahrungen und Praktiken sowie makrokontextuelle gesellschaftliche Diskurse bündeln. Durch symbolische Repräsentationen und rituelle Inszenierungen, z.B. Massenmedien, Schulbücher und Museen, dringen die in Elitendiskursen produzierten Geschichtsbilder, Meistererzählungen und (nationalen) Selbstbilder in alltägliche Lebenswelten hinein und werden hier praxeologisch ausgestaltet. Mittels der Methoden der Teilnehmenden Beobachtung, der Medien- und Diskursanalyse in Städten und Regionen werden solche unterschiedlichen Kontexte dicht beschrieben. Dabei ist zu explorieren, welche national, regional und/oder transnational konnotierten Deutungen welcher Vergangenheitsschichten der politischen und wissenschaftlichen Akteure durch welche Gedächtnismedien konstruiert werden.

Geteiltes Land, geteilte Familien ? Die Ausreise aus der DDR in die BRD im familialen Gedächtnis von Übersiedler/innen und Zurück-Gebliebenen

Kurzbeschreibung

Das Forschungsprojket widmet sich der naehzu unbearbeiteten Thematik der DDR-Übersiedler-Familien. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass die (familien-)biographische Erfahrung der Ost-West-Migration nicht nur in der individuellen Erinnerung sondern auch im familialen Gedächtnis der Übersiedler-Familien bis heute be- und verarbeitet wird. Ziel ist es, die Wechselwirkungen von individueller und familialer Erinnerung an die Migration und kultureller und familialer Identität zu erforschen. Auf der Basis von Interviews und Familiengesprächen mit Angehörigen von Übersiedler-Familien soll untersucht werden, (1) wie die Ost-West- Migration von den verschiedenen Generationen erlebt wurde und wie die Erinnerung daran im familialen Gedächtnis tradiert wird, (2) wie sich die Ausreise auf die familialen Beziehungen zwischen Ost und West auswirkte und (3) wie sich die Übersiedler/innen heute identifikatorisch verorten.

Ein entsprechendes Pilotprojekt unter Leitung von Prof. Dr. Irene Götz (2008-2009) wurde aus Bonusmitteln/ LMUexzellent finanziert.

Helfen. Eine Praxeologie städtischer Wohltätigkeit

  • Fördergeber: DFG (2018-2021)

Prekärer Ruhestand. Arbeit und Lebensführung von Frauen im Alter

Kurzbeschreibung

Diese explorative Studie widmet sich einem brisanten gesellschaftspolitischen Problem: der Prekarisierungserfahrung von Frauen im Rentenalter. Wenngleich bekannt ist, dass zunehmend Frauen aufgrund ihrer Erwerbs- und Familienbiografien im Alter materiell nicht abgesichert sind, so wurden doch deren geleistete Formen der Bewältigung
von (drohender) Altersarmut bislang kaum untersucht. Basierend auf biografischen Fallrekonstruktionen, soll vertieft ausgeleuchtet werden, (1) aufgrund welcher biografischer Verläufe und milieuspezifischer Dispositionen Frauen im Alter prekär, d.h. nicht ausreichend abgesichert (mit entsprechenden psychosozialen Folgeproblemen) leben und
wirtschaften (2) welche Formen von „agency“, d.h. Handlungsmacht, sie aufbringen, um ihren Alltag und (drohenden) sozialen Abstieg nach der Rente zu bewältigen.

Sezierungen des Gesellschaftlichen. Emmy Noether Nachwuchsgruppe

  • Fördergeber: DFG (2017-2022)

Vertrauensarbeit in der Finanzökonomie – Ethnographische Analysen zu Ästhetiken und Praktiken des Bankgeschäfts in Deutschland und der Schweiz

Wohnen und Wohnraumpolitik in München. Urbane Ethiken im Kontext von bürgerschaftlichem Engagement und städtischem Regieren