Fakultät für Kulturwissenschaften
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Naher und Mittlerer Osten

Aktuelle Projekte:

Abgeschlossene Projekte:

  • DFG-Projekt "Südosteuropäische Ortsnamenkonkordanz" (Dr. Mehmet Hacisalihogl)
  • Das frühneuzeitliche Krimkhanat zwischen Orient und Okzident (Dr. Denise Klein und Dr. Meinolf Arens)

Arabische Papyrologie

  • Projektmitarbeiter: Prof. Dr. Andreas Kaplony (München), Mag. Ursula Bsses (Wien), Daniel Potthast, M.A. (München), Dr. Lucian Reinfandt (Wien), lic. Leonora Sonego (München), Dr. Johannes Thomann (Zürich), Dr. Eva Mira Youssef-Grob (Zürich)
  • Informationen auf der Website des Instituts für den Nahen und Mittleren Osten

Kurzbeschreibung

Die arabische Papyrologie beschäftigt sich mit den 130'000 meist in europäischen Archiven liegenden arabischen Briefen, Verträgen, Testamenten, Steuerlisten usw. auf Papyrus, Pergament und Papier (7.-16. Jh.), einer noch kaum erschlossenen, zur überreichen literarischen Überlieferung der arabisch-islamischen Buchkultur komplementären Quellengattung.

Biblia Arabica: The Bible in Arabic among Jews, Christians and Muslims

Kurzbeschreibung

During the Middle Ages hundreds of Jews, Christians and Samaritans living under Muslim rule were intensively engaged in translating their sacred scriptures into Arabic, which had become their language as well. These translations, their stylistic and didactic features, vocabulary, scripts and ideologies, as well as the extent to which they were influenced by the Qur’an and used by Muslims in their discussions with members of the other Abrahamic religions are the focus of the international research project Biblia Arabica: the Bible in Arabic among Jews, Christians and Muslims which was endowed with a 1.6 million Euro grant from the German research organization DFG.

The five-year project charts the countless manuscripts and fragments that are nowadays found in monasteries throughout the Middle East and libraries across the globe, analyzes the different methods of translation from Hebrew, Aramaic, Syriac, Greek and Coptic, and examines the mutual influences, both religious and cultural, between the different religious communities. In addition, it deals with the historical and social repercussions of the discourse and polemic that developed in the course of time and are still alive today.

Corpus Draculianum - Dokumente und Chroniken zum walachischen Fürsten Vlad der Pfähler 1448-1650

Kurzbeschreibung

Vlad Ţepeş Drăculea (1431-1476) ist eine der bekanntesten Gestalten aus dem spätmittelalterlichen Südosteuropa. Als Vorlage für Bram Stokers Vampirgrafen „Dracula“ erlangte er 1897 Weltberühmtheit. Seit dem Bestseller „In Search of Dracula“ von Raymond McNally und Radu Florescu wurde man 1972 auch auf die historische Figur aufmerksam: Demnach versuchte der Woiwode der Walachei nach orientalischem Vorbild eine autoritäre Herrschaft zu etablieren und einen Kreuzzug gegen das Osmanische Reich zu führen. Wegen seiner bevorzugten Hinrichtungsmethode erhielt er von Rumänen und Osmanen den Spitznamen „der Pfähler“. Westeuropäische Chronisten und Verleger von Gruselgeschichten sorgten unter dem Eindruck der Türkengefahr bis zum ausgehenden 17. Jahrhundert für die Verbreitung des Bildes eines grausamen Tyrannen.

Das Ziel der Quellensammlung besteht darin, die in insgesamt 17 europäischen und orientalischen Sprachen erhaltenen Briefe, Urkunden und Erzählungen zu Vlads Leben und Herrschaft durch kritische Edition, Übersetzung und Kommentar der Originale den wissenschaftlich Interessierten als Grundlage für Forschungsarbeiten als auch einem breiten Publikum zur Lektüre zur Verfügung zu stellen.

Gewalt, Flucht und Exil: Trauma in der arabischen Welt und in Deutschland

Kurzbeschreibung

Der multilaterale Hochschuldialog "Gewalt, Flucht und Exil: Trauma in der arabischen Welt und in Deutschland" der LMU München mit vier palästinensischen Universitäten, der Birzeit University (Bir Zeit), der Bethlehem University, der An-Najah National University (Nablus) und dem Dar al-Kalima University College (Bethlehem), sowie zwei libanesischen Universitäten, der American University of Beirut und der Lebanese American University (Beirut), zielt auf die Schaffung einer interdisziplinären Forschungsgruppe von deutschen, palästinensischen und libanesischen Studierenden. Die Forschungsgruppe setzt sich in nationaler und ländervergleichender Perspektive mit traumatischen Gewalterfahrungen und deren Bewältigung in Deutschland und in der arabischen Welt auseinander. Gefördert im Rahmen des Hochschuldialogs mit der islamischen Welt des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) durch Mittel des Auswärtigen Amtes.

Maghreb im Wandel: Medien, Wissen und Macht

Kurzbeschreibung

Kooperationsprojekt mit den tunesischen Universitäten Sousse und La Manouba (Tunis), und den marokkanischen Universitäten Sidi Mohamed Ben Abdellah Universität (Fez), der Universität Mohammed V. (Rabat) und dem Institut Supérieur de l'Information et de la Communication (Rabat). Gefördert im Rahmen der deutsch-arabischen Transformationspartnerschaft des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) durch Mittel des Auswärtigen Amtes

Die multilaterale Forschungspartnerschaft "Der Maghreb im Wandel: Medien, Wissen und Macht" der LMU München mit der Sidi Mohamed Ben Abdellah Universität (Fez), der Universität Mohammed V. (Rabat), dem Institut Supérieur de l'Information et de la Communication (Rabat) sowie den Universitäten Sousse und La Manouba zielt auf die Schaffung einer interdisziplinären Forschungsgruppe von deutschen, marokkanischen und tunesischen Nachwuchswissenschaftlern. Die Forschungsgruppe beschäftigt sich in nationaler und ländervergleichender Perspektive mit der Rolle von Medien in den gesellschaftlichen und politischen Transformationsprozessen in Marokko und Tunesien. Im Rahmen der Forschungsgruppe werden vor allem marokkanische und tunesische Doktorandinnen und Post-Doktoranden akademisch weitergebildet und umfassend in ihrer wissenschaftlichen Entwicklung gestärkt. Die Forschungsgruppe wirkt strukturbildend in die marokkanische und tunesische Hochschullandschaft hinein, wobei neben der Multiplikatorenwirkung über die Projektteilnehmer und den Veranstaltungen an den Partneruniversitäten vor allem die Stärkung der Süd-Süd-Kooperation zwischen den beiden Ländern eine zentrale Rolle spielt. Charakteristika des Projekts sind sein Fokus auf den akademischen Mittelbau, der sowohl an marokkanischen wie auch an tunesischen Universitäten bisher nur schwach ausgeprägt ist, sowie seine Interdisziplinarität und Multilateralität, mittels derer fachliche und hochschulpolitische Grenzen überwunden werden.

Arabische Massenmedien und (trans)regionale Netzkulturen

Kurzbeschreibung

Es geht hierbei um die Verbindung der zum großen Teil auf Text orientierten Tradition der Islamwissenschaft mit Ansätzen der jüngeren deutschsprachigen Kultur- und Medienwissenschaft, die sich seit den 1990er Jahren auf die Analyse kultureller Texte und Formen einschließlich ihrer Produktion, Distribution und Rezeption konzentriert und selbst in der Tradition sowohl der Forschungsarbeiten als auch der methodischen Diskussionen und theoretischen Überlegungen der British Cultural Studies steht. Die Arabische Medien- und Kulturwissenschaft verortet sich gleichzeitig im interdisziplinären und zumeist englischsprachigen Feld einer Transnational Cultural Studies wie sie seit dem Ende der 1980er Jahre betrieben wird.

Sultansporträt

  • Mitarbeiter: Prof. Dr. Hans Georg Majer

DFG-Projekt "Urbane Ethiken. Konflikte um gute staedtische Lebensführung im 20. und 21. Jahrhundert" Istanbul: Das Erbe und das Überflüssige. Die Ethik von Stadtumbau und Denkmalschutz, 1910 bis zu Gezi-Protesten 2013

Kurzbeschreibung

Die Frage was für eine Stadt Istanbul sei und sein solle – islamisch, traditionell, orientalisch, eine Dritt-Welt-Metropole, (post-)kolonial oder global etwa –, ist nicht neu. Stadtpolitik und besonders Denkmalschutz haben im vergangenen Jahrhundert fortwährend versucht, eine Antwort zu finden. Denkmalschutz bestimmt, ob das Stadtgefüge und ihre Geschichte(n) entweder schützenswertes Erbe oder Wertloses, Überflüssiges ist. „Das Erbe und das Überflüssige“ setzt sich mit Konflikten über historische Bausubstanz auseinander, die mit ethischen Argumenten verhandelt werden. Das Projekt untersucht, wie bauliche Formen und historische Leitbilder an Subjekte gekoppelt werden und so eine Ethik vom „guten“ und „richtigen“ Leben schaffen. Die Aushandlung über den Wert oder die Überflüssigkeit historischen Erbes in Istanbul verbindet sich deshalb nicht nur mit der Frage, wie die Stadt sein, sondern auch damit, wer in dieser Stadt wie leben solle.

Im Falle Istanbuls ist dieses gute Subjekt im Zeitraum 1910 bis 2013 immer ein „modernes“, für das die Stadt „modern“ zu gestalten ist, das sich aber dieser auch würdig zu erweisen hat. Die moderne Stadt und ihre modernen Bürger/innen seien sich ihrer „Wurzeln“ bewusst, gingen respektvoll mit ihnen um und wüssten sie durch Denkmalschutz zu konservieren. Der/die moderne Bürger/in schützt –nur welche der vielen möglichen Vergangenheiten?

Mithilfe einer historischen Diskursanalyse verfolgt das Forschungsprojekt das Ziel, die Konflikte um das Erbe und das Überflüssige im Konfliktfeld „Denkmalschutz“ als ethische Aushandlung besser begreifbar zu machen. Dabei gilt es, die beteiligten Akteur/innen zu identifizieren, Wandel in der diskursiven Definition des Erbes/des Überflüssigenzu dokumentieren, zu erklären und eine mögliche Konjunktur des Ethischen im vergangenen Jahrzehnt zu prüfen.

DFG-Projekt "Verband und Identität im Ostmittelmeerraum (1300-1360). Bildung und Verdichtung von Gruppen, Netzwerken und Gewalten"

Kurzbeschreibung

Der osmanische Staat entstand im Ostmittelmeerraum. Um die Grundpfeiler seines Machtgefüges und den Strukturen der von ihm ausgeübten Gewalt sowie seine erstaunliche Assimilationskapazität zu verstehen, ist zu untersuchen, wie gewaltausübende Individuen und Gewaltkonzepte in diesem ostmediterranen Raum zirkulierten, miteinander kohabitierten und untereinander in Konfliktsituationen zu Ausgleichen kamen. Das vorliegende Forschungsprojekt fußt auf den Erkenntnisgewinnen der letzten Jahre im Bereich der Osmanistik, Byzantinistik und Mediävistik und versucht mittels seiner von der Netzwerkforschung inspirierten Methodologie, die osmanistischen Studien von der Dominanz der sogenannten "gaza-Theorie" Paul Witteks zu emanzipieren. Die Durchlässigkeit territorialer wie sozialer Grenzen ermöglichte die Existenz heterogener, aber auch ephemerer, militärisch-politischer Konstrukte. Das Projekt untersucht, wie entsprechende Gruppen ihre Identität definierten und wie sie ihre Existenz und Ansprüche sicherten beziehungsweise rechtfertigten. Es macht sich auf die Suche nach den konkreten ethnischen und politischen Bestandteilen der im Ostmittelmeer- und südosteuropäischen Raum aktiven Verbände. Dabei geht es um Kontakte der „Türken“ zur Katalanischen Kompanie sowie um das Verhältnis der in Südosteuropa eindringenden Verbände mit dem osmanischen Herrscher in Kleinasien. Das Projekt wendet sich der Analyse von in diesem Zusammenhange bisher vernachlässigten Quellen zu: den Akten der Katalanischen Kompanie, numismatische und archäologische Evidenz) und reinterpretiert narrative Quellen.