Fakultät für Kulturwissenschaften
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Ägyptologie und Koptologie

Aktuelle Projekte

Abgeschlossene Projekte


AcrossBorders

  • Projektleitung: Prof. Dr. Julia Budka
  • Projektmitarbeiter: Vanessa Becker, BA; Dr. Giulia D’Ercole; Dr. Sayantani Neogi; Daniela Penzer, BA; Dr. Sean Taylor; PD Dr. Martina Ullmann (bis Sept. 2015); Mag. Jördis Vieth
  • Fördergeber: European Research Council (ERC Starting grant no. 313668; bis 04/2018)
  • Informationen auf der Homepage des Projektes

Kurzbeschreibung

Gegenstand des Projekts AcrossBorders sind Siedlungsstrukturen in Ägypten und Nubien (heutiger Nordsudan) im 2. Jahrtausend v. Chr. Diese Gebiete liegen im Spannungsfeld antiker und moderner Grenzen und Kulturen und standen in wechselhaften Beziehungen zueinander, weshalb eine komparative Studie sehr aussichtsreich ist. Die Architektur und Struktur ägyptischer Siedlungen, die in Nubien während des Neuen Reichs (ca. 1539-1077 v. Chr.) neu gegründet wurden, sind ebenso unerforscht wie die soziale Stratifizierung und materielle Kultur der Fundplätze. Diesem dringenden Forschungsdesiderat widmet sich AcrossBorders seit 2012 mit multidisziplinären Methoden und Techniken.

Das Anch-Hor Projekt

  • Projektleitung: Prof. Dr. Julia Budka
  • Fördergeber: Pollitzer-Stiftung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Kurzbeschreibung

Anch-Hor war im 6. Jh. v.Chr. ein hoher Beamter der ägyptischen Spätzeit und sein Grab im Asasif (TT 414) gehört zum Typ der monumentalen Grabbauten mit tempelartigen Oberbauten in Theben (Ägypten). Die Anlage wurde in den 1970ern vollständig ausgegraben, restauriert, publiziert und für die Öffentlichkeit geöffnet. Die Masse der Funde ist jedoch bislang unveröffentlicht und wurde vor Ort belassen. Diese großen Mengen an Fundmaterial aus mehr als 1000 Jahre Nutzungsgeschichte stehen nun im Fokus des neuen Projektes, das zum Ziel hat, die Bestattungsabläufe und Grabinventare in TT 414 in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Dank einer Förderung der Pollitzer-Stiftung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften werden Teilbereiche des Projekts über das Institut für Orientalische und Europäische Archäologie in Wien durchgeführt. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit dem Österreichischen Archäologischen Institut (Unterstützung bei der Restaurierung der Objekte vor Ort).

Koptische, nichtliterarische Texte aus dem thebanischen Raum

Kurzbeschreibung

Das Projekt entstand aus der archäologischen Erforschung der Klosteranlage von Deir el-Bachit (siehe oben), wo bis dato weit über 2000 Textzeugen auf Ostraka nebst Papyri und Pergamentfragmenten zu Tage kamen, die Aufschluss über das vielfältige Alltagsleben in dieser nach derzeitigem Kenntnisstand größten Klosteranlage auf dem thebanischen Westufer geben. Bei den Texten handelt es sich zu weit über 90% um koptische Textzeugen, lediglich ein kleiner Teil ist in griechischer Sprache verfasst. Das Gros der Texte bilden Briefe, die in informeller Weise die verschiedenen Belange des Alltagsgeschäftes regeln. Daneben finden sich aber auch verschiedene Urkunden als Dokumente offiziellen Charakters.

Das Textkonvolut von Deir el-Bachit bietet ideale Rahmenbedingungen für verschiedenste Fragestellungen, da ein unmittelbarer interdisziplinärer Forschungsansatz möglich ist. Neben den rein inhaltlichen Aussagen, lassen sich die Texte dank exakter Funddaten unmittelbar in Korrelation zum archäologischen Befund stellen.

Das Herzstück des Projektes bildet die virtuelle Plattform, auf der die Texte ediert werden. Die Publikation der koptischen Texte erfolgt in der Datenbank „KoptO-online“ die in Zusammenarbeit mit der IT-Gruppe Geisteswissenschaften der Universität München entwickelt wird. Die Datenbank beinhaltet nicht nur die Abbildungen der Texte und ihre grundlegenden Metadaten, die Abschrift der koptischen Texte und ihre Übersetzung, sondern eine umfassende grammatische und semantische Analyse sowie verschiedene Abfragemodalitäten.

 The mountain settlement at Tuna el-Gebel

  • Sub-project Director: Dr. Daniela Rosenow
  • Project Director: Dr. des. Mélanie Flossmann-Schütze
  • Head of the Joint Mission Cairo-Munich at Tuna el-Gebel: Prof. Dr. Salah el-Kholi
  • Sponsor: The Egypt Exploration Society Fieldwork & Research Award 2016-17
  • Informationen auf der Website des Instituts für Ägyptoplogie

Münchner Bilddatenbank zu Altägypten

  • Projektleitung: Dr. Arnulf Schlüter; PD Dr. Martina Ullmann
  • Projektverantwortliche: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann; Dr. Sylvia Schoske
  • Projektmitarbeiter: Essam Hammam, B.A.; Dr. Edith Bernhauer
  • Fördergeber: Collegium Aegyptium, Förderkreis des Instituts für Ägyptologie der Ludwig-Maximilians-Universität München; Freundeskreis des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München
  • Informationen auf der Webseite des Instituts für Ägyptologie

Kurzbeschreibung

Dieses im Frühjahr 2012 gestartete Gemeinschaftsprojekt des Münchner Ägyptologischen Instituts und des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst München sieht die Digitalisierung der umfangreichen Bildbestände beider Institutionen zu Altägypten vor. In der ersten Projektphase sollen etwa 30.000 als Kleinbilddias vorliegende Originalaufnahmen aus Ägypten und ägyptischen Museen/Sammlungen professionell gescannt und im Rahmen einer durch die IT-Gruppe Geisteswissenschaften der Universität München erstellten Datenbank die Metadaten zu den Abbildungen erfasst werden. Ziele des Projektes sind die Erleichterung des Zugangs zu den Bildern, die wissenschaftliche Aufbereitung der dazugehörenden Information sowie letztendlich der Erhalt der oftmals wissenschaftshistorisch bedeutsamen Abbildungen auf einem zeitgemäßen Speichermedium.

In einem zweiten Schritt soll sodann die Glasplattensammlung des Münchner Ägyptologischen Instituts digitalisiert und aufbereitet werden.

Online Egyptological Bibliography (OEB) / Aigyptos – Kooperationsprojekt mit dem Griffith Institute der University of Oxford und dem Ägyptologischen Institut der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

  • Projektleitung: Prof. Dr. John Baines und Dr. Gareth Roberts (beide Oxford)
  • Projektverantwortliche in München: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann und PD Dr. Martina Ullmann / in Heidelberg: Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack
  • Projektmitarbeiter: Andreas Hutterer, M.A. (München); Stefanie Hardekopf, M.A. (Heidelberg); Stefan Unter (München)
  • Fördergeber: Andrew W. Mellon Foundation (2011–2014)
  • Informationen auf den Homepages von Aigyptos und der OEB

Kurzbeschreibung

Mit dem Aigyptos-Literaturdatenbankprojekt wurde seit 1990 am Münchner Institut (seit 1996 in Kooperation mit dem Heidelberger Institut) die aktuelle ägyptologische Fachliteratur systematisch erschlossen. Seit 2001 ist die Datenbank im Internet frei abfragbar. Ab 2011 läuft ein gemeinsames Projekt zwischen Aigyptos und der an der Oxford University beheimateten Online Egyptological Bibliography (OEB), dem Nachfolger der Annual Egyptological Bibliography (AEB). Ziel ist die Zusammenführung der Bestände und Suchoptionen beider Datenbanken, wodurch ein die gesamte ägyptologische Fachliteratur von 1822 bis heute umfassendes Rechercheinstrument entstehen wird, zumal auch die Bibliographie Altägypten (BA) von Christine Beinlich bereits in die OEB integriert ist. Das standardisierte Schlagwortsystem von Aigyptos wird dabei als Suchoption weiterhin erhalten bleiben, zusätzlich zu den Abstracts der OEB. Dies verspricht einen deutlichen Zugewinn an Effektivität und Informationsgehalt für die Literatursuche.

Die spätantik-koptische Klosteranlage Deir el-Bachit in Theben-West / Draʼ Abu el-Naga

  • Projektleitung: Prof. Dr. Günter Burkard; Leitung der Ausgrabung: Dr. Ina Eichner
  • Projektmitarbeiter: Dr. (des) Thomas Beckh; Dipl. Arch. Heike Bücherl; Rachel Fey, M.A.; Kathrin Gabler, M.A.; Dr. Suzana Hodak; Catherine Jones, M.A.; Dr. Sandra Lösch; Sylvia Mehret, M.A.; Edina Petersmarck, M.A.; Prof. Dr. Siegfried Richter; Dr. Ute Rummel; Johanna Sigl, M.A.; Dr. Albert Zink
  • Fördergeber: DFG (seit 2004)
  • Informationen auf der Webseite des Instituts für Ägyptologie

Kurzbeschreibung

Die Ausgrabung und Erforschung von Deir el-Bachit, der bislang größten bekannten spätantik-koptischen Klosteranlage in Theben-West aus der Zeit vom 5. bis 8., möglicherweise sogar bis 9. Jh. n. Chr., wird seit Februar 2004 durch das Ägyptologische Institut der LMU München durchgeführt. Die Klosteranlage erstreckt sich hoch über dem Niltal auf der Hügelkuppe von Draʼ Abu el Naga und liegt innerhalb des Konzessionsgebietes des DAI Kairo.

Der Tempel Amenophis' III. von Wadi es-Sebua in seinem sich wandelnden kulturhistorischen Kontext (in Kooperation mit dem Roemer- und Pelizaeus Museum in Hildesheim und dem Ägyptischen Museum Kairo)

  • Projektleitung: PD Dr. Martina Ullmann (München); Prof. Dr. Regine Schulz (Hildesheim)
  • Projektmitarbeiter: Luigi De Cesaris (†), Alberto Sucato, Emiliano Ricchi, Katy Doyle, Pieter Collet
  • Fördergeber: American Research Center in Egypt (2010)
  • Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Dokument)

Kurzbeschreibung

Ziel des Projektes ist es, den bis dato nur wenig bekannten und kaum erforschten Tempel Amenophis' III. in Wadi es-Sebua in seinen historischen, kunsthistorischen und religiösen Bedeutungsebenen zu erfassen, um damit die Frage nach der Stellung dieses Kultbaus innerhalb der sakralen Landschaft des nördlichen Nubien beantworten zu können. Die Chance zu diesem Vorhaben ergab sich durch die kürzliche Wiederentdeckung der seit über 40 Jahren verloren geglaubten Wandmalereien von der Fassade und aus dem Inneren des zentralen Sanktuarraumes im Magazin des Ägyptischen Museums in Kairo durch M. Ullmann. In dem Projekt sollen diese mehrfach antik überarbeiteten Wandmalereien aus dem Tempel nun zum ersten Mal wissenschaftlich untersucht, restauriert, dokumentiert und analysiert werden. Die Rekonstruktion der verschiedenen Dekorationsphasen ist dabei von größter Bedeutung für die Analyse und die Interpretation der Kultanlage und ihre Einbettung in den sich verändernden kulturhistorischen Kontext von Amenophis III. über die Amarnazeit bis in die 2. Hälfte der Regierungszeit Ramses' II. Insbesondere für die späte Regierungszeit Amenophis' III. sind die wiederentdeckten Malereien nach dem bisherigen Stand der Voruntersuchungen von besonderer Relevanz.

Tuna el-Gebel – Grabungsprojekt

  • Projektleitung: Prof. Dr. Dieter Kessler; Mélanie Flossmann-Schütze, M.A. (Stell- vertretung)
  • Projektmitverantwortlicher: Prof. Dr. Friedhelm Hoffmann
  • Feste Projektmitarbeiter: Katrin Schlüter, M.A.; Alexander Schütze, M.A.; Patrick Brose
  • Fördergeber: u.a. DFG (1989–2002); Collegium Aegyptium, Förderkreis des Insti- tuts für Ägyptologie der Ludwig-Maximilians-Universität München (seit 2003); LMU excellent (2009); Münchner Universitätsgesellschaft (2010)
  • Informationen auf der Homepage des Tuna-el-Gebel-Projektes

Kurzbeschreibung

Tuna el-Gebel ist die moderne Bezeichnung für die Nekropole des antiken Hermupolis Magna, des heutigen el-Aschmunein, in Mittelägypten. Der Friedhof erstreckt sich über mehrere Kilometer am westlichen Rand des Niltals. Von 1989 bis 2011 erschloss ein Kooperationsprojekt des Institutes für Ägyptologie der LMU München und der Faculty of Archaeology der Cairo University die ausgedehnte unterirdische Tiernekropole und die dazugehörigen Kult- und Verwaltungsbauten sowie den nördlichen Teil der griechisch-römischen Nekropole von Tuna el-Gebel. Seit 2012 wird das Langzeitgrabungsprojekt durch das Institut für Ägyptologie der LMU München mit einem neuen Schwerpunkt auf den dazugehörigen Siedlungsstrukturen fortgesetzt. Eine weitere Kooperation mit der Cairo University ist in Planung.

Das Projekt verbindet archäologische Grabungs- und Dokumentationsarbeiten mit zooarchäologischen Untersuchungen der Tiermumien (in Zusammenarbeit mit dem ArcheoBioCenter der LMU) sowie geophysikalischer Prospektion, um so Fragen nach der Organisation der spätzeitlichen ägyptischen Tierfriedhöfe, ihrer Kultgemeinschaften und der Kultpraxis zu beantworten